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SCK beim Aegean 600 vertreten – Neue Offshore Regatta schickt sich an, zum Fixpunkt im Regattakalender zu werden

Rolex Middle Sea Race, Rolex Fastnet Race, Rolex Sydney Hobart, Rolex Giraglia- die Reihe an prestigeträchtigen 600 Seemeilen Offshore Regatten ist um ein weiteres Rennen reicher. Noch ohne Rolex als Sponsor und erst mit der dritten Ausgabe seit Begründung der Regatta will der Hellenic Offshore Racing Club in Griechenland einen neuen Fixpunkt im Regattakalender der 600 Meilen Races im Mittelmeer verankern. Der SCK war bei der dritten Ausgabe im Juli 2023 vertreten. Stefan Hauer, SCK-Mitglied und im Vorstand zuständig für Öffentlichkeitsarbeit und Kommunikation ist gemeinsam mit einer All-Austrian-Crew rund um Christian Pfann (S4o), Philipp Stampfl (SCA), Paul Srienz (SCAMS), Johannes Hamminger (SCA), Jacob Holzinger (UYCT) und Roland Schwaiger (S4o) auf der DC 41 – Vento Cadela angetreten.

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Der Hellenic Offshore Racing Club, als Gründer und Veranstalter des Aegean 600, wirbt damit, eine Offshore Regatta von Seglern für Segler entworfen zu haben und hat einen attraktiven Kurs rund um die Ägäis gelegt. Im Idealfall sorgt der bekannte Meltemi Wind für durchgehend attraktive Windbedingungen und Halbwind-Kurse. Der Start ist in Lavrion bei Athen direkt unterhalb vom Tempel des Poseidon. Der Kurs verläuft dann nach Süden zur Insel Milos an Backboard und dann durch das Santorin-Gate. Vor der malerischen Kulisse der strahlend weißen Häuser am Hügel und mit knackigen Fallböen um die 30 Knoten surfen die kleineren Yachten zwischen 40 und 50 Fuß am ersten Morgen durch diese beeindruckende Landmark. Die teilnehmenden Maxi Yachten wie Leopard oder die VO70 I LOVE Poland haben diese Passage bereits in der ersten Nacht passiert. 

Aegean600 VentoCadela-Santorin-Gate MAP

Weiter geht’s dann nach Süden, um Karpathos an Backboard zu lassen und wieder zurück Richtung Norden entlang der Südseite von Rhodos und in Richtung der türkischen Küste weiter zu segeln. Die berüchtigten Fallböen an der Steilküste der Insel Kasos haben auch die Crew der Vento Cadela mit SCK-Segler Stefan Hauer gefordert. „Wie aus dem Nichts sind die Böen mit über 45 Knoten aufs Wasser gefallen und haben Reffen und Segelwechsel auf die Sturmfock zu einem abenteuerlichen Unterfangen gemacht. Boote wie die rumänische Nitro, die nur 50 bis 100 Meter in der Nähe der Vento Cadela segelten, sind nicht in die Böen-Zone gekommen und im Leichtwind steckengeblieben, während bei uns fliegendes Wasser war. Nur 1-2 Stunden später war die Starkwindphase auch schon wieder vorbei und wir sind südlich vor Karpathos in der Flaute auf einige andere aufgelaufen“, berichtet Hauer von einem Regatta-Highlight. 

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Rund um Rhodos bis Kos hatte die Österreicher-Crew mit Leichtwinden und zahlreichen Segelwechseln zu kämpfen. Glücklicherweise waren zu diesem Zeitpunkt die Waldbrände an der Südküste von Rhodos noch nicht ausgebrochen und die Regatta war nicht von Rauchschwaden betroffen. Durch aktives Leichtwind-Segeln in Ufernähe, entlang der Südküste von Kos, konnte die Vento Cadela einige Plätze gut machen. So schafften sie es noch rechtzeitig, in einen abflauenden Meltemi zu segeln, um zwischen den griechischen Inseln und der türkischen Küste nach Norden zum finalen Schlag zurück nach Westen und in Richtung Athen auszuholen. Die bereits in allen Wettermodellen absehbare Flaute machte auch der Vento Cadela im Finish größere Probleme und sorgte für eine Nervenprobe. „Nachdem die letzte mondäne Landmark mit dem Mykonos-Gate passiert war, waren wir noch zuversichtlich, in der folgenden Nacht die Ziellinie zu kreuzen. Weit gefehlt, noch weitere nervenzehrende 24 Stunden benötigten wir bei absoluter Flaute, im Kreis drehend, unter schlagenden Segeln, bis wir endlich nach 5 Tagen durchs Ziel gingen. 

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Fazit einer Offshore Regatta 
Das Aegean 600 Race hat vieles der großen 600er Vorbilder zu bieten. Mit einem attraktiven Rahmenprogramm (Proberegatta, Exkursion zum Tempel des Poseidon, Opening Ceremony und Prize Giving Ceremony) und der sagenhaften griechischen Gastfreundschaft und Hilfsbereitschaft hat die Regatta alles zu bieten, um zum Fixpunkt im Offshore-Regatta-Kalender zu werden. Mit dem 5. Platz in der IRC Division 2 sind wir als Vento Cadela Sailing Team nah am Podium gewesen und insgesamt zufrieden. Der Meltemi ist ein grundsätzlich ein zuverlässiger Wind und sorgt für attraktives segeln. Ausnahmen bestätigen die Regel. Banal klingende Umstände wie auf den Sonnenschutz achten, sind unter der griechischen Sonne keineswegs banal. Die UV-Strahlung, ist ein Strahlung und man ist ihr im Juli den größten Teil des Tages relativ ungeschützt ausgesetzt. Ohne Sonnenschutzfaktor 50, Sonnenhut mit breiter Krempe und UV Langarm Shirts geht gar nichts. Das Wachssystem muss nicht nur auf den Schlaf achtgeben sondern auch darauf, dass es Erholungsphasen von der UV-Strahlung gibt. Ein Sonnenstich ist insbesondere bei Wind schnell ausgefasst und knockt den stärksten Seemann für 1-2 Tage aus, bei einer Non-Stop-Regatta will man das klarerweise umso mehr vermeiden. Verbesserungspunkte in Bezug auf die Organisation wären noch eigene Steganlagen, die ausschließlich für Regatta-Teilnehmer zur Verfügung stehen, um den „Race-Village“ Charakter in der Olympic Marina zu verbessern. Das Aegean 600 ist für ambitionierte Regatta-Crews jedenfalls ein anspruchsvoller Kurs und kann trotzdem noch durch ein familiäreres Klima auf Grund des kleineren Starterfeldes mit ca. 40-50 Booten überzeugen. Man darf gespannt sein, wie sich die Regatta in den kommenden Jahren entwickelt. Die Crew der Vento Cadela war begeistert, konnte viele neue Freundschaften mit Seglerinnen und Seglern aus anderen Ländern knüpfen und kann die Regatta nur weiterempfehlen. 

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Link zur Regatta-Website
https://aegean600.com

Link zum offiziellen Regatta-Film
https://youtu.be/o7u3cy0a8io

Bericht: Stefan Hauer

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